Wünsche beim Jungen Podium - Toilette am Skateplatz und Sitzen am Groggensee


Presseartikel vom aus der Südwest Presse

Die Erweiterung des Jugendzentrums Richtung Groggensee, Basketballturnier, Festival oder eine Toilette am Skateplatz - das sind wichtige Themen, die Ehinger Jugendliche beim Jungen Podium formuliert haben.

Was wünschen sich Jugendliche für Ehingen? An einem Diskussionsabend im Jugendhaus, den der Stadtjugendring organisiert hat, beteiligten sich 59 junge Ehinger mit fundierten und zielführenden Meinungsbeiträgen. Die diskutierten Themen werden dem Gemeinderat vorgelegt und geben ein Bild davon, was den Jugendlichen am Herzen liegt.

Unter der Moderation von Tobias Götz ging es zunächst um die Themenfindung. Darauf hatten sich die jungen Menschen mit Präsentationen gut vorbereitet: Man sah einen Plan, wie das Jugendhaus Richtung Groggensee geöffnet werden könnte und bekam anhand von Fotos einen Einblick in den Zustand des Basketballplatzes am Festplatz. Die Hitliste der zu diskutierenden Themen führte der Skatepark an, gefolgt von: Räumen für Jugendliche, dem Wunsch nach einem Festival, der Umgestaltung des Jugendhausparkplatzes mit Öffnung zum Groggensee und die Verbesserung des Streetball-Platzes am Stadion.

Auf dem Podium saßen mit Georg Mangold (SPD), Benedikt Maier (Grüne), Stefan Engst (Junges Ehingen), Peter Bausenhart (CDU) und Peter Lutz (Freie) Vertreter des Gemeinderates, die jeweils Stellung bezogen.

Ganz am Schluss des Abends, als nach 20 Uhr einige Jugendliche die Veranstaltung bereits verlassen hatten, kam das Top-Thema zur Diskussion. Konstantin Konstantinidis, der bereits 2014 ein Basketballturnier mit 120 Zuschauern auf dem Platz am Stadion organisiert hatte, regte an, drei zusätzliche Körbe zu installieren und auch den Belag des Bodens zu erneuern. 21 Mannschaften hatten bei dem Turnier damals teilgenommen. Dieses Jahr soll wieder gespielt werden. Das Anliegen stieß bei den Gemeinderäten auf offene Ohren, weil es finanzierbar ist, der Sportstadt Ehingen gut zu Gesicht steht und die Streetballer bereits über eine Truppe verfügen, die Eigeninitiative entwickelt.

Wesentlich teurer würde ein Projekt werden, das das Jugendhaus mit dem Groggensee verbindet. Die Jugendlichen wünschen sich eine Art in den Hang hinein gebaute Sitzmöglichkeit auf Steinen. Der Parkplatz soll geöffnet und umgebaut werden. Legale Wände für Sprayer würden den Platz nach oben zur Straße hin abgrenzen. Die Idee hat inzwischen auch die Stadtkapelle erreicht, die ebenfalls in der Alten Post ihr Domizil hat und um ihre Parkplätze fürchtet. Manuel Zehrer, Musiker bei der Stadtkapelle und Kassier im Stadtjugendring, gab zu bedenken, dass die Musiker teilweise sehr schwere Instrumente haben, die nicht weit getragen werden können. Dem setzte eine Jugendliche entgegen, dass es auch leichte Instrumente wie Flöten gebe.

Julia Fischer aus Ehingen empfindet das Jugendhaus von außen als sehr verschlossen. Das sei ein Eindruck, der durch das meist geschlossene Tor noch verstärkt werde. Die Öffnung wurde auch von den Gemeinderäten als faszinierende und charmante Lösung, aber vermutlich viel zu teure Idee empfunden.

Auch die Festival-Idee fand Anklang. Dazu brauche es jedoch eine Gruppe engagierter Freaks, die das durchzieht. Ausführlich diskutiert wurde auch ein Toilettenhäuschen mit angegliedertem Geräteschuppen am Skatepark. Da vor allem der Anteil an Mädchen aus der Skater-Szene steigen soll, bräuchte es vor Ort eine Toilette.

Die Gemeinderäte gaben zu bedenken, dass die Toilette auch geputzt werden muss und Vandalismus ausgesetzt wäre. Die erwachsenen Skater bemühen sich schon jetzt um die Reinigung der Anlage; "jeder hat einen Besen im Auto", meinte Christoph Schlegel.

Beim Wunsch nach Räumen für Jugendliche verwiesen die Gemeinderäte auf das neue Bürgerhaus in der Oberschaffnei, das auch für Jugendliche offenstehen werde.


Autor: Christina Kirsch
Foto: © Christina Kirsch
Quelle: https://www.swp.de/suedwesten/staedte/ehingen/wuensche-beim-jungen-podium_-toilette-am-skateplatz-und-sitzen-am-groggensee-18768509.html