Windkraft am Osterholz ist vom Tisch


Presseartikel vom aus der Schwäbischen Zeitung

Der Gemeinderat der Stadt Ehingen wird dem Regionalverband Donau-Iller empfehlen, den Standort westlich von Deppenhausen weiterhin als möglichen Standort für eine Windvorrangfläche weiterzuverfolgen. Ebenfalls empfiehlt der Rat, den Standort Osterholz zwischen Liebherr und Altsteußlingen nicht als Windvorrangfläche auszuweisen. Bei fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen von Junges Ehingen wurde dies in der Sitzung am Donnerstag so beschlossen.

„Die Argumente gegen den Standort Osterholz gelten nach wie vor. Der Teilort Altsteußlingen würde unter diesem Standort besonders leiden, zudem würde das Stadtbild durch Windräder dort erheblich beeinträchtigt. Wer von Süden her auf die Stadt zufahren würde, müsste dann die Windräder unmittelbar mit den historischen Ehinger Kirchtürmen wahrnehmen“, erklärte Stadtbaumeister Heinz Fiesel. Eine Entscheidung gegen den Standort Osterholz und für Deppenhausen würde indes nicht, wie von den Grünen und dem BUND vorgeworfen wurde, gegen das Leitbild der Nachhaltigen Stadt Ehingens sprechen. „Im Leitbild steht, dass wir bis 2025 fünf Windkraftanlagen haben möchten, die rund 25 Millionen Kilowattstunden Strom liefern. Damit würden wir im Jahr 2025 rund acht Prozent des Strombedarfs aus Windkraft gewinnen. Am Standort bei Deppenhausen wären zwischen sieben und neun Anlagen möglich, wir würden unser Ziel sogar übertreffen“, betonte Fiesel.

Grünen-Fraktionschef Benedikt Maier will indes auf dem Standort Osterholz nicht verzichten: „Wenn wir die Energiewende schaffen wollen, müssen wir die Nutzung erneuerbarer Energien ausbauen. Das geht nicht ohne weitreichende Maßnahmen und ohne Konflikte, auch, was das Landschaftsbild angeht. Es ist schade, dass wir keine mutige Entscheidung treffen, zumal das Landschaftsbild am Osterholz durch Liebherr bereits beeinflusst ist und die Krane zu Ehingen gehören, wie die Kirchtürme.“

SPD-Stadtrat Joachim Schmucker würde sich an Windräder nicht stören und bezeichnete die visuelle Beeinträchtigung als „butterweiches Kriterium“. OB Baumann erklärte nochmals: „Oft scheitert ein Standort nicht an seiner Wirtschaftlichkeit. Volkersheim ist beispielsweise an einem militärischen Schutzbereich gescheitert, bei den anderen, ursprünglich 16 Standorten, gab es ebenfalls eine Reihe von Gründen, die einfach dagegen sprachen. Beim Osterholz ist auch abschließend noch nicht geprüft, was der Artenschutz macht. Wir wissen, dass in diesem Bereich der Rote Milan, Fledermäuse und der Uhu zu finden sind. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit birgt dies ein erhebliches Konfliktpotenzial“, so der OB.

Heinz Fiesel stellte nochmals klar, dass in Deppenhausen das geplante Flurneuordnungsverfahren so lange ruhe, bis Gewissheit über den Standort herrsche. „Die Landwirte wollen mit ihren Grundstücken bis zum Abschluss des Verfahrens natürlich in dem Gebiet bleiben“, so Fiesel.

Nach dem Beschluss des Gemeinderats wird der Regionalverband Donau-Iller am 13. März in der Lindenhalle eine Informationsveranstaltung zur Windkraft anbieten, die Stadt ist nun aufgefordert, bis Ende März Stellung zu beziehen.


Autor: Tobias Götz
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Quelle: https://www.schwaebische.de/landkreis/alb-donau-kreis/ehingen_artikel,-windkraft-am-osterholz-ist-vom-tisch-_arid,5592348.html