Jugend an Kommunalpolitik heranführen


Presseartikel vom aus der Schwäbischen Zeitung

Vor fünf Jahren ist die Liste „Junges Ehingen“ zum ersten Mal in den Ehinger Gemeinderat eingezogen. Im ersten Jahr haben sich Christian Walther und Daniel Smolka eingelebt.

„Wir hatten ja keinen Leitwolf und mussten uns von der Pike selbst einarbeiten“, sagt Christian Walther. Vogel friss oder stirb, hieß die Devise, macht Daniel Smolka klar. Wurde das Duo anfangs von den „alten Hasen“ noch misstrauisch beäugt, ist die Akzeptanz im Gemeinderat inzwischen da. Denn mit dem, was die zwei Stadträte in den vergangenen fünf Jahren erreicht haben, sind sie durchaus zufrieden. Der Skatepark, die Wiederbelebung des Stadtjugendrings und zum Teil auch die unbürokratische Bürgerbeteiligung sind umgesetzt, auch dank der Unterstützung anderer Fraktionen.

Mit dem bisher Erreichten will sich die Liste noch nicht zufrieden geben, Pläne gibt es genug. Doch „Junges Ehingen“ will vor allem eines: In der kommenden Periode in Fraktionsstärke im Gemeinderat Ehingen sitzen. Dafür brauchen sie mindestens drei Stadträte. „Das ist machbar“, sagt Christian Walther.

Besonders für die Jugend und Familien soll Ehingen attraktiver werden. Beispielsweise könnte sich die Liste vorstellen, den Parkplatz beim Jugendhaus zu begrünen und zum Groggensee hin zu öffnen. „Auf der entstehenden Fläche könnte ein Volleyballfeld entstehen und ein Schachbrett. Da toben sich dann ganze Familien aus“, sagt Daniel Smolka.

Doch in den kommenden Jahren will „Junges Ehingen“ auch die Jugend an das Thema Kommunalpolitik heranführen. Mehr Transparenz heißt das Stichwort, beispielsweise dadurch, dass die Tagesordnungen der Sitzungen veröffentlicht werden und auch die Unterpunkte künftig auf der Homepage der Stadt stehen. Auch um dieses Thema voranzutreiben, stehen zwei Piraten mit auf der Liste. Listenplatz drei und vier haben Stefan Bäuerle und David Dorst bekommen. „Wir hätten auch gegen einen Livestream aus dem Rat nichts einzuwenden“, sagt David Dorst.

Nachholbedarf sehen die Mitglieder der Liste auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie fordern flexiblere Betreuungszeiten. „Da würde vielleicht schon eine Gruppe pro Einrichtung reichen, die abends länger da ist oder morgens früher kommt“, schlägt Christian Pohl vor. Und auch die Ehinger Fachhochschule ist nicht vom Tisch. Dass die ein Thema bleibt, steht für die Liste ganz weit oben auf der Agenda. „Die Entscheidung liegt natürlich nicht beim Gemeinderat, aber wir können Werbung dafür machen“, erläutert Christian Walther.


Autor: Nina Lockenvitz
Foto: © SZ Endler
Quelle: https://www.schwaebische.de/landkreis/alb-donau-kreis/ehingen_artikel,-jugend-an-kommunalpolitik-heranf%C3%BChren-_arid,10008889.html