Einsatz für ein liebenswertes Ehingen


Presseartikel vom aus der Schwäbischen Zeitung

Den offiziellen Brief von der Stadtverwaltung hat Julia Fischer noch nicht bekommen, dass sie für Stefan Engst in den Ehinger Gemeinderat für die Liste Junges Ehingen nachrückt, ist aber schon so gut wie sicher. „Ich wurde schon vorgewarnt“, sagt sie lachend. In der Januarsitzung wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach das erste Mal im Gremium sitzen.

Aufgewachsen ist die 31-Jährige in Kirchbierlingen, jetzt wohnt sie in Ehingen und hier sagt sie, mangele es an bezahlbarem Wohnraum für Alleinerziehende oder sozial Schwächere. „Aber wir brauchen neben Wohnraum natürlich auch genug Betreuungsmöglichkeiten, damit Alleinerziehende arbeiten können“, ergänzt sie ihre Überlegungen. Wohnraum, Betreuungsmöglichkeiten und ausreichend Freizeitangebote gehen für Julia Fischer Hand in Hand für ein familienfreundliches Angebot in Ehingen. „Ich sehe natürlich nicht nur die Stadtpolitik im großen Stil, sondern auch kleinere Themen wie den Ausbau des Skateplatzes“, ergänzt Julia Fischer. Alles, was die Stadt unterm Strich attraktiver mache, sei wichtig. Darunter auch das Thema Nachhaltigkeit: „Man sollte einfach keine Flächen verbauen, die man hätte sparen können.“

In den kommenden Wochen wolle sich Julia Fischer aber erst mal in Ruhe in die Themen des Ehinger Gemeinderates einarbeiten. Zwischen Weihnachten und Silvester wird sie sich mit Christian Walther zusammensetzen und Themen besprechen. Den Überblick über das große Ganze hat sie in den vergangenen Jahren seit der Wahl behalten. „Doch es ist halt was anderes, wenn man Teil des Gremiums ist, da geht es dann ja auch um die Feinheiten.“

Christian Walther kennt Julia Fischer bereits aus der Schulzeit. Beide haben das Technische Gymnasium in Ehingen besucht und in den vergangenen Jahren viel über Politik diskutiert. Irgendwann habe Christian Walther dann zu ihr gesagt: „Julia, wenn du dich so für Ehingen interessierst, dann machst du jetzt einfach bei Junges Ehingen mit.“ 2009 unterstützte die jetzige Neu-Stadträtin Junges Ehingen noch ohne selbst zu kandidieren, 2014 stand sie dann auf der Liste und landete direkt auf Platz drei, also als potenzielle Nachrückerin hinter Christian Walther und Stefan Engst, für den sie jetzt in das Gremium einzieht. „Junges Ehingen ist für viele junge Leute, die sich für Politik interessieren, etwas gestalten wollen, aber nicht Mitglied in einer Partei werden wollen, einfach die Möglichkeit, sich zu engagieren“, ist sie sich sicher. Das sei quasi Politik zum Reinschnuppern.

In ihrer Freizeit malt die 31-Jährige leidenschaftlich gerne. „Ein zeitintensives Hobby, von dem ich leider nicht leben kann.“ Aktuell entstehen Werke, die kommendes Jahr in Berlin ausgestellt werden soll. Diese Möglichkeit hat sie über ihr bekannte Künstler bekommen. Es wird ihre erste Ausstellung. „Das ist mein kreativer Gegenpol zum Arbeiten. Ich gehe ohne Plan ans Werk und mache das, was ich machen möchte.“ Dabei arbeitet sie je nach Stimmung mit getrockneten Blättern, Blüten oder mit geometrischen Formen. Vor wenigen Wochen hat sie viel Majoran verarbeitet, inzwischen dominieren in ihren Bildern die Farben Braun und Gold, davor war Blau sehr gefragt. Viel arbeitet die junge Frau auch mit der Vergänglichkeit von Pflanzen. Ihr Geld verdient die 31-Jährige Betriebswirtschaftlerin seit fünf Jahren bei Liebherr in Ehingen. Hier ist sie im Bereich Logistik Vorarbeiterin. Studiert hat sie in Geislingen an der Steige, aus Ehingen ist sie aber nie weggezogen, mit dem Zug sei sie damals beinahe täglich nach Geislingen gefahren.


Autor: Nina Lockenvitz
Foto: © meni
Quelle: https://www.schwaebische.de/landkreis/alb-donau-kreis/ehingen_artikel,-einsatz-f%C3%BCr-ein-liebenswertes-ehingen-_arid,10585589.html