Ehingen bekommt eine Sporthalle mit 1500 Plätzen


Presseartikel vom aus der Schwäbischen Zeitung

Nach langer Diskussion hat sich der Ehinger Gemeinderat am Donnerstagabend mit nur zwei Enthaltungen dazu entschlossen, die bestehende Sporthalle am Johann-Vanotti-Gymnasium so auszubauen, dass dort künftig Sportveranstaltungen mit einem Zuschauervolumen von bis zu 1500 Menschen Platz finden (die SZ berichtete mehrfach). Rund 70 Anwohner haben sich per Unterschriftenliste gegen eine Veranstaltungshalle ausgesprochen.

Schon bei der Bürgerfragestunde, dem ersten Tagesordnungspunkt der rund vierstündigen Mammutsitzung im Ehinger Gemeinderat, war die Hallenerweiterung am Gymnasium das Top-Thema. So wollte Ingeborg Hilsenbeck wissen, ob beim neuen Parkplatz auch der Lärmschutz beachtet wurde. „Das Gutachten dafür ist in Arbeit, die Lärmschutzwand wird aber rund zwei Meter hoch werden“, erklärte Stadtbaumeister Heinz Fiesel. Anwohnerin Sandra Filipidis, deren Grundstück direkt an den Parkplatz der Halle reicht, war froh zu erfahren, dass rund 2,50 Meter Grünstreifen rund um den Parkplatz angebracht werden.

Anwohnerin Britta Dammann und ihr Mann Bernd machten sich dafür stark, dass die Anwohner der Winckelhoferstraße Anwohnerparkausweise bekommen sollten. „Darüber können wir reden, allerdings müssen wir dafür auch Geld verlangen“, erklärte OB Alexander Baumann, bevor es an das Eingemachte ging. Stadtbaumeister Heinz Fiesel erklärte nochmals, dass im Umkreis von 300 Metern rund 1100 öffentliche Parkplätze zur Verfügung stehen. „Fasst man den Radius bei 400 Metern, kommen nochmals 350 dazu“, so Fiesel, der betonte: „Es ist doch klar, dass wir hier in erster Linie eine Sporthalle erweitern, in der hauptsächlich Schulsport stattfinden wird – und das von 8 bis 17.30 Uhr. In den Abendstunden ist die Halle dann offen für Vereine bis 22 Uhr“, so Fiesel. Im Vergleich: Rund 35 Sportveranstaltungen werden das Jahr über in der Längenfeldhalle angeboten, bei der die Tribüne ausgefahren werden müsse. „Hier sind es aber immer unter 500 Zuschauer“, so Fiesel. Lediglich fünf bis zehn Veranstaltungen im Jahr, so Fiesel, hätten mehr als 500 Zuschauer.

„Wir wollen perspektivisch diese Veranstaltungen auf die Längenfeldhalle und Vanotti-Halle aufteilen“, sagte Fiesel, der weitere Vorteile der neuen Halle nannte. „Durch den Ausbau der Halle in der Innenstadt versprechen wir uns auch eine Belebung der Gastronomie. Wenn nur zehn Prozent der Gäste nach einer Veranstaltung in der Stadt ein Bier trinken, ist das ein ordentlicher Gewinn“, so Fiesel. CDU-Stadtrat Michael Mouratidis machte sich ebenfalls für den rund 8,5 Millionen teuren Erweiterungsbau, bei dem sich der Kreis beteiligen wird, stark: „Wir als CDU begrüßen das sehr. Es handelt sich hier schließlich um eine Schul- und Vereinssporthalle und nicht um eine Event-Halle. Wir müssen doch froh sein, diesen Schritt machen zu können. Andere Kommunen schließen ihre Hallen, wir bauen.“

SPD-Stadtrat Georg Schreiber forderte indes, bei Großveranstaltungen ein geordnetes Parkleitsystem zu machen. „Das ist ein Parkschutz für die Anwohner“, so Schreiber. OB Alexander Baumann machte in diesem Zusammenhang deutlich: „Es gibt eine Straßenverkehrsordnung. Wer sich daran nicht hält, wird sanktioniert. Das werden wir auch rund um die Halle so handhaben.“

Wolf Brzoska (Freie Wähler) wollte wissen, wie hoch die Bewirtschaftungskosten im Jahr seien. „Die liegen bei rund 60 000 Euro“, erklärte der OB. Hubert Dangelmaier von den Grünen erklärte, dass er zwar den Bedarf einer großen Halle durchaus sehe, sich aber im Vorfeld der ersten Planungen mehr Bürgerbeteiligung gewünscht hätte. „Die Stadt hätte das früher öffentlich machen sollen“, so Dangelmaier.

Ins gleiche Horn stieß Georg Mangold (SPD). OB Baumann hingegen verteidigte das Vorgehen der Stadt. „Wir haben den Gemeinderat am 29. Januar über die Pläne nichtöffentlich informiert und um ein Meinungsbild gebeten. Im Übrigen war schon vor sieben Jahren beim Bau der Halle klar, dass diese erweitert werden wird. Heute fassen wir lediglich den Beschluss, ob wir so eine Halle wollen oder nicht“, betonte das Stadtoberhaupt.

Denn erst nach diesem Beschluss, so Baumann, werden die Pläne des Ausbaus und der Ausstattung konkret. Unterstützung bekam der OB unter anderem von Stadträtin Katrin Brotbeck (CDU): „Es ist schade, dass hier so schlecht über das Projekt gesprochen wird. Viele Ehinger haben sehr positiv darauf reagiert.“ Auch Christian Rak (Freie Wähler) sieht die Halle als Chance für Ehingen, allerdings hätte auch er sich eine frühere Einbindung der Anwohner gewünscht. Christian Walther (Junges Ehingen) wünscht sich nun, dass die Stadt ein „tip-top Parkkonzept“ erarbeitet.

Oberbürgermeister Alexander Baumann machte deutlich, dass die Stadt gerne bereit sei, auf den Zufahrtswegen zur Halle für ausreichend Beschilderungen zu sorgen, wo Parkplätze vor allem für Auswärtige zur Verfügung stehen. Welche Veranstaltungen künftig in der neuen Halle stattfinden, steht indes noch nicht fest. „Es gibt noch kein Veranstaltungskonzept. Wir versuchen ein Angebot zu schaffen, dass wir in Ehingen künftig Sportveranstaltungen attraktiver anbieten können“, so Baumann. Die Steeples, die TSG Ehingen als Ausrichter des Glocker-Cups und die Macher des Sparkassen-Cups wird dies sicher freuen.


Autor: Tobias Götz
Foto: © Tobias Götz
Quelle: https://www.schwaebische.de/landkreis/alb-donau-kreis/ehingen_artikel,-ehingen-bekommt-eine-sporthalle-mit-1500-pl%C3%A4tzen-_arid,10183685.html