Die Mehrheitsverhältnisse bleiben unverändert


Presseartikel vom aus der Schwäbischen Zeitung

Die Große Kreisstadt Ehingen bekommt einen neuen Gemeinderat. Am Montagabend um 18.22 Uhr trudelte der letzte Wahlbezirk ein. Die CDU bleibt mit 60,6 Prozent wieder mit Abstand die größte Kraft im Ehinger Gremium und stellt 21 Stadträte und damit die Mehrheitsfraktion. Die SPD hat es mit 12,2 Prozent hauchdünn als zweitstärkste Partei in das Gremium geschafft, gefolgt von den Grünen (11,9 Prozent/vier Sitze), den Freien Wählern (9,4 Prozent/drei Sitze), und Junges Ehingen (6,0 Prozent/zwei Sitze).

Den ganzen Nachmittag über bevölkerten viele Gemeinderatskandidaten das Ehinger Bürgerbüro. Auf einer Großbildleinwand wurden die einzelnen Wahlbezirke der Stadt Ehingen und ihrer 17 Teilorte ständig aktualisiert. Schnell war klar, dass sich die CDU in Sachen Stimmenkönig ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Kandidaten Heinz Wiese, Peter Groß und Manuel Hagel lieferte. Am Ende setzte sich der Bundestagsabgeordnete Heinz Wiese mit 6756 Stimmen als Stimmenkönig durch, gefolgt vom Fraktionsvorsitzenden Peter Groß (6398) und Manuel Hagel (6198).

Zwar verliert die CDU aufgrund des neuen Auszählungsverfahrens zwei Sitze und ist nun mit 21 Stadträten im Ehinger Gremium vertreten, die Mehrheitsverhältnisse haben sich dadurch jedoch nicht verändert. Von null auf 4809 Stimmen hat es Martina Schuhmacher geschafft, die nach dem Ergebnis völlig platt war. „Ich bin nur noch sprachlos und happy. Das haut mich um“, sagte Martina Schuhmacher. Ebenfalls neu für die CDU im Gemeinderat sitzen werden Thomas Walter Schreiner aus Rißtissen (2191 Stimmen) sowie Thomas Bailer aus Nasgenstadt mit 2746 Stimmen. Nicht mehr für die CDU im Rat sitzen Wolfgang Kopp, Markus Stirmlinger, Julius Buckenmaier, Willibald Dreher, Johannes Braun und Hermann Ströbele. „Das ist ein gutes Ergebnis für uns. Wir haben von den Bürgern wieder das Vertrauen als Mehrheitsfraktion bekommen. Bei unserer starken Liste war mir klar, dass sich innerhalb der CDU etwas verändern wird“, sagt Fraktionsvorsitzender Peter Groß und betont: „Wir freuen uns darauf, mit dieser schönen Mehrheit nun wieder fünf Jahre arbeiten zu können.“

Die SPD, die die Grünen als zweitstärkste Partei wieder ablösen konnte, ist nicht zufrieden. „Es ist wie das Hornberger Schießen. Es ändert sich nichts. Damit bin ich nicht zufrieden. Gut ist, dass wir wieder zweitstärkste Kraft sind, wenn auch nur hauchdünn“, sagt Georg Mangold (3162 Stimmen), der künftig mit Georg Schreiber (2612 Stimmen), Manfred Hucker (1871) und Joachim Schmucker (2240) im Gemeinderat sitzen wird. Nicht mehr dabei ist Wolf-Rüdiger Stummer.

Die Grünen haben vor allem in den Teilortsbezirken punkten können und sind künftig mit vier Stadträten vertreten. Spitzenreiter ist Fraktionssprecher Benedikt Maier (2649 Stimmen). „Wir sind sehr zufrieden. Vor allem deshalb, weil wir mit einer Truppe angetreten sind, die nicht so bekannt war. Sehr positiv werte ich, dass wir je ein Mandat im Bezirk Alb-Kirchen und Rißtissen holen konnten“, sagt Maier. Ihm zur Seite sitzen werden künftig Katrin Brosch (1547), Sabine Jörg (1095) und Hubert Dangelmaier (1086).

Die Freien Wähler werden wieder mit drei Stadträten im Großen Sitzungssaal des Rathauses vertreten sein. „Der Bürger hat entschieden. Das müssen wir akzeptieren. Wir wollten zwar mehr Sitze, sind aber unterm Strich zufrieden“, sagt Peter Lutz (2662 Stimmen), der mit Wolf Brzoska (2024) und Christian Rak (1980) künftig eine Fraktion bilden wird.

Ebenfalls mehr erhofft hat sich Junges Ehingen, das nun zum zweiten Mal in den Gemeinderat einziehen wird. „Wir hätten uns drei Sitze gewünscht, um den unabhängigen Fraktionsstatus zu bekommen“, sagt Sprecher Christian Walther, der es auf 2325 Stimmen gebracht hat. Er wird zusammen mit dem Dettinger Stefan Engst (1592) im Rat sitzen. Nicht mehr geschafft bei Junges Ehingen hat es Daniel Smolka.

Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann, der Kraft Amtes dem Gemeinderat vorsitzt, bewertet die Wahl so: „Das Ergebnis in Ehingen ist von Kontinuität geprägt. Die Mehrheitsverhältnisse bleiben gleich, was zeigt, dass die Bürger die Arbeit insgesamt honoriert haben. Ich verstehe die Wahl als Auftrag an die Räte, in diesem Sinne weiter zu machen.“

Die konstituierende Sitzung des neuen Ehinger Gemeinderats soll, sofern die Wahlprüfung beim Regierungspräsidium erfolgt ist, am 24. Juli sein. Eine Woche davor, 17. Juli, plant der OB die Verabschiedung der ausgeschiedenen Räte.


Autor: Tobias Götz
Foto: © Tobias Götz
Quelle: https://www.schwaebische.de/landkreis/alb-donau-kreis/ehingen_artikel,-die-mehrheitsverh%C3%A4ltnisse-bleiben-unver%C3%A4ndert-_arid,10020770.html