Skater juckt es schon


Presseartikel vom aus der Südwest Presse

Einige Fundamente sind gegossen, und spätestens zu Beginn der Sommerferien soll es ein großes Opening an der Street-Skateanlage im Berkacher Grund geben. Mancher Skater ist täglich an der Baustelle.

"s juckt schon", sagt Christoph Schlegel, als er die Baustelle betrachtet. Der 26-jährige, junge Vater bewegt sich vor allem auf seinem Skateboard durch die Stadt, so kommt er schneller voran als mit dem Auto, sagt er. Die Vorfreude auf die neue Street-Anlage, die unterhalb der B 311 im Berkacher Grund entsteht, wächst stetig. Und seit einigen Tagen sind vom Ehinger Bauhof die ersten Fundamente für die Setups, also die einzelnen Elemente, gegossen worden. Derzeit werden die noch etwas weichen Betonteile von Plastikplanen bedeckt, damit sie nicht zu schnell trocknen und es später keine Risse in der Anlage gibt, weiß Schlegel, genannt Schlingel.

Andere Hobby-Skater aus Ehingen, die nicht ganz so häufig selbst auf die Baustelle gehen können, fragen Schlegel täglich persönlich, per Facebook und E-Mail, wann es endlich soweit ist und sie skaten, grinden und sliden können - zu Deutsch: Fahren, auf Kanten schlittern und auf Objekten rutschen. Zwar wird es auf der Anlage, die auch "Plaza" genannt werden kann, keine Bowl und keine Minirampe geben - solche Elemente sind sehr hochpreisig. Doch Ehingen kann laut Schlegel trotzdem stolz auf das sein, was da entsteht: "Im Umkreis von 30 Kilometern gibt es abgesehen von Biberach nichts Vergleichbares." Und der Biberacher Skatepark sei wegen seines Teer-Anteils und der Holzgeräte nicht besonders attraktiv für ihn. In Ehingen dagegen wird eine komplett aus Beton und Naturstein beschaffene Anlage entstehen, die beste Fahreigenschaften hat und selbst für kleine Wettbewerbe geeignet wäre.

Sowohl für Anfänger als auch für Leute wie Schlegel, die schon weit mehr als zehn Jahre skaten, gibt es auf der Plaza geeignete Elemente: Sie heißen Straight ledge, Hand rail, Quarter oder Pyramide. "Ich freue mich einfach auf das Gesamtkonzept. Denn es ist wichtig, dass so eine Anlage durchdacht ist." Ein besonderes Schmankerl ist das Curved Curb. Was für Unwissende aussieht wie ein kleines Sitzrondell, nutzt der Kenner zum Grinden. Aus diesem Grund gibt es auch keinerlei Sitzgelegenheiten in der Plaza: Auf ihnen würden die Jugendlichen sowieso nur skaten. Schlegel: "Ein Curved Curb ist äußerst selten und vom Anspruch her gehoben."

Mit der Concrete Sportanlagen GmbH aus Simmerberg ist nach dem Ehinger Bauhof eine Fachfirma am Werk, die etwas von Street-Anlagen versteht. Nach den Fundamenten kommt eine geschlossene Betondecke auf den zirka 30 mal 20 Quadratmeter großen Platz. Dieser Vorgang muss perfekt klappen, der kleinste Patzer kann später zu Rissen führen.

Zur Eröffnung - laut Stadt-Pressesprecherin Bettina Gihr spätestens zu Beginn der Sommerferien - soll es ein großes Opening geben. Vielleicht auch mit einem Skate-Contest. Da es in Ehingen kein Fachgeschäft für Skater gibt, müssen Chameleon-Bewegung und die Liste Junges Ehingen wohl ran und etwas auf die Beine stellen. Auch Kulturbürgermeister Sebastian Wolf soll in Sachen Opening noch angesprochen werden. Schließlich könnte die Anlage in der ganzen Region bis nach Ulm bekannt werden, was der Stadt zugute käme.


Autor: Karin Mitschang
Foto: © Christoph Schlegel & Martin Föhr
Quelle: https://www.swp.de/suedwesten/staedte/ehingen/skater-juckt-es-schon-19333549.html