Stadtjugendring soll wiederbelebt werden

Presseartikel vom aus der Südwest Presse

Der Kultur- und Sozialausschuss des Gemeinderats hat sich eindeutig für die Wiederbelebung eines Stadtjugendrings in Ehingen ausgesprochen.

Der Stadtjugendring soll wiederbelebt werden, dafür hat sich der Sozial- und Kulturausschuss des Gemeinderats am Donnerstag einstimmig ausgesprochen. Eine zunächst testweise für ein Jahr geltende Nutzungsvereinbarung soll klare Rahmenbedingungen und Verantwortlichkeiten regeln, wie ein zu gründender Verein die Räume im Jugendhaus an der Bahnhofstraße nutzt. In einer Initialveranstaltung soll kurz nach den Pfingstferien ein Betreiberverein gegründet werden (wir berichteten ausführlich).

Zunächst in Form von Veranstaltungen, höchstens einmal monatlich an einem Samstagabend, sollen Jugendliche im Stadtjugendring aktiv werden. Dies könne ein Einstieg sein, sei aber auf Dauer zu wenig, meinte Joachim Schmucker (SPD). Der Stadtjugendring könne generell die Interessen der Jugendlichen in der Stadt vertreten.

Kritisch äußerte sich Schmucker zur Absicht der Stadt, bei Veranstaltungen auch Alkohol auszuschenken. Im Kreis Biberach, wo Schmucker beruflich tätig ist, gehe es auch ohne. "Viele Jugendliche kommen, weil sie nicht ständig von Besoffenen angepöbelt werden", sagte er.

Ein komplettes Alkoholverbot bringe nichts, meint hingegen die Stadt. Die Erfahrung zeige, dass dann über 16-Jährige nicht kämen oder den Alkohol vorher organisieren und außerhalb trinken. Durch den Verkauf von Bier und einigen Cocktails könnten Jugendliche den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol lernen. Dem pflichtete auch Peter Bausenhart (CDU) bei.

Christian Walther (Junges Ehingen) wies darauf hin, dass auch junge Erwachsene bis etwa 27 Jahren Interesse am Verein hätten, da könne Alkohol nicht ganz außen vor bleiben. Er äußerte sich zuversichtlich zum Gelingen des Jugendrings: "Alle Voraussetzungen sind da."

Das Jugendzentrum besuchen zwischen 20 und 50 Jugendliche täglich, berichteten die Mitarbeiter Theo Sidiropoulos und Daniele Coppola im Ausschuss. Sie beschäftigten sich in vielfältiger Weise. Etwa 90 Prozent haben einen Migrationshintergrund, die meisten Besucher besuchen die Klassen 5 bis 8 der Michel-Buck-Schule, der Hermann-Gmeiner-Schule und der beruflichen Schulen. Gut wäre dort zusätzlich eine weibliche Betreuungsperson, hieß es im Ausschuss.


Autor: Rainer Schäffold
Quelle: https://www.swp.de/suedwesten/staedte/ehingen/stadtjugendring-soll-wiederbelebt-werden-18957473.html