Stadtjugendring will „Junges Podium“


Presseartikel vom aus der Schwäbischen Zeitung

Wenn es nach Christian Walther und dem Stadtjugendring geht, könnten künftig alle Themen, die auf der Tagesordnung des Ehinger Gemeinderates stehen, vorab besprochen werden. Nicht von den Ratsmitgliedern selber sondern, wie Walther, Vorsitzender des Kreisjugendrings und Nomi Sonntag, Schriftführerin des Vereins es nennen, von einem Jungen Podium.

Dort könnten Jugendliche gemeinsam mit Mitgliedern aller Gemeinderatsfraktionen und vielleicht sogar dem Oberbürgermeister, über die Dinge sprechen, über die dann auch der Gemeinderat selbst diskutiert. „Es ist sehr wichtig, dass Mitglieder aus allen Fraktionen dabei sind, um die politische Neutralität des Vereins zu wahren“, sagt Christian Walther. Er wünscht sich, dass gerade die jüngeren Fraktionsmitglieder zu dieser Diskussionsrunde kommen, weil die einen direkteren Draht zu den Jugendlichen hätten.

Es sei sinnvoll, politische Vertreter der Stadt bei diesen Runden dabei zu haben. „Die stecken in den Materien, die im Gemeinderat angesprochen werden, drin und können den interessierten Jugendlichen Hintergründe genauer erklären“, sagt Walther.

Die Diskussionsrunden könnten künftig regelmäßig direkt am Mittwoch vor den donnerstäglichen Gemeinderatssitzungen oder auch eine Woche vorher stattfinden. Besprochen würden natürlich nur die öffentlichen Sitzungspunkte.

Das Thema „Junges Podium“ haben Christian Walther und auch Nomi Sonntag bereits mit den Mitgliedern des Stadtjugendrings, den Streetworkern und Jugendlichen aus ihrem Bekannten- und Freundeskreis besprochen. „Überall waren die Reaktionen sehr positiv“, sagt die 17-jährige Nomi Sonntag, die zwei Jahre Schülersprecherin am Johann-Vanotti-Gymnasium war.

Walther, selbst Gemeinderatsmitglied der Fraktion Junges Ehingen, hat die Gründung des „Jungen Podiums“ in der jüngsten Ratssitzung angeregt und auch persönlich mit den im Gremium vertretenen Fraktionen gesprochen. „Auch da bin ich auf offene Ohren gestoßen.“

Die Versammlungen des „Jungen Podiums“ sollen im Ehinger Jugendzentrum in der alten Post stattfinden. Dort herrsche eine ungezwungenere Atmosphäre als im Rathaus. „Schließlich wollen wir ein niederschwelliges Angebot schaffen, wo Jugendliche ihre Meinung und ihre Anliegen ansprechen können“, sagt Walther. „Für Jugendliche ist es derzeit eine große Überwindung, sich bei einer richtigen Gemeinderatssitzung vor die Ratsmitglieder und den Bürgermeister zu stellen und ihre Meinung zu vertreten“, fügt Nomi Sonntag hinzu.

Anliegen in Ratssitzung tragen

Die Ergebnisse und Meinungsbilder der Jugendlichen, die sich in den Diskussionsrunden herauskristallisieren, will Walther dann in die offizielle Sitzung des Gemeinderats tragen. „Das passiert unabhängig davon, ob die Fraktionen die Meinungen der Jugendlichen teilen oder nicht“, verspricht Walther.

Bei der nächsten Sitzung des Stadtjugendrings am Freitag, 8. November, wollen die Mitglieder des Vereins die Gründung des „Jungen Podiums“ beschließen. „Dann verschicken wir an die Fraktionen, die Vereine und die Mitglieder des Stadtjugendrings Einladungen zur Auftaktveranstaltung“, erklärt Christian Walther.


Autor: Eileen Kircheis
Foto: © SZ - Eileen Kircheis
Quelle: https://www.schwaebische.de/landkreis/alb-donau-kreis/ehingen_artikel,-stadtjugendring-will-junges-podium-_arid,5523217.html