Stadtputzete Rekordteilnahme für ein sauberes Ehingen


Presseartikel vom aus der Südwest Presse

An der 16. Stadtputzete beteiligten sich insgesamt 900 Helfer, wovon 140 Freiwillige am Samstag im Stadtgebiet ausschwärmten.

„Ich habe 23 Jägermeister gefunden“, berichtete Paula von der Jugend der Ehinger Stadtkapelle nach der Stadtputzete über leere Magenbitter-Flaschen. Im Bauhof kamen Kinder, Jugendliche und Erwachsene zusammen, um Ehingen ein bisschen sauberer zu machen. Ausgerüstet mit Handschuhen, Greifern und Mülltüten schwärmten rund 140 Teilnehmer am Samstagmorgen aus. Manche machten seltsame Funde. „Ich habe ein altes Nokia mit Sim-Karte gefunden“, meinte Tina. Die Gegend um die Albstraße sei dieses Jahr nicht so vermüllt gewesen wie in den vergangenen Jahren, freute sich Dirigent Volker Frank, der als Betreuer mit den Jungmusikern in dem Bereich unterwegs war.

Im Blauen Steinbruch fanden dagegen die Jungs der Jugendfeuerwehr einen Kühlergrill, alte Autoreifen und auch Schuhe. „Und Wodka-Flaschen“, ergänzte einer. 2018 war bei der Stadtputzete eine Tonne Müll zusammengekommen. Beim gemeinsamen Vesper in der Halle des Bauhofs mussten heuer noch zusätzliche Bänke aufgestellt werden, weil die 16. Stadtputzete mit einer Rekordzahl zu Ende ging. „Wir hatten 900 Helfer und 26 beteiligte Gruppen“, verkündete Rolf Koch vom Stadtmarketing nach der Putzaktion. Umfangreicher als in den vergangenen Jahren war auch die gesponserte Verköstigung. Neben Grillwürsten gab es Käsewecken und zusätzlich frisches Obst und süße Donuts.

Der Förderverein der Basketballer beteiligte sich erstmals und auch „Junges Ehingen“ griff nach dem Müll auf der Straße. Schon von Anfang an ist das THW dabei. „Leider können wir nicht mehr mit dem Boot die Schmiech absuchen“, meinte der stellvertretende Jugendleiter Norbert Weber. „Das alte Boot ist nicht mehr tauglich und das neue Boot ist zu groß.“ Deshalb liefen die Jugendlichen in Pionierhosen die Schmiech ab und fischten ein Fahrrad und einen Einkaufswagen aus dem Fluss. „Den Einkaufswagen haben wir zu Rewe gebracht“, erzählten die THWler. „Die waren froh, weil so ein Einkaufswagen auch 200 Euro kostet.“ Am Tennisheim im Berkacher Grund habe man die Einzelteile eines Schubkarren gefunden und diesen, „weil wir ja sowieso immer Werkzeug dabei haben“, wieder zusammengebaut. Das Gefährt hatte zwar Plattfuß, „taugte aber gut für den Transport der vollen Abfallsäcke“, meinte Norbert Weber.

Viele Schulklassen hatten schon in der vergangenen Woche Müll gesammelt. Heuer beteiligten sich acht Schulen, neun Vereine und fünf Ortsverwaltungen. Erstmals als komplette Klasse war die 7d der Ehinger Realschule mit dabei und auch die Ortschaft Granheim räumte ihr Dorf auf. Die Klassen 1 bis 6 der Hermann-Gmeiner-Schule haben im angrenzenden Wohngebiet viel Kleinmüll gesammelt: angefangen von Bonbonpapieren über Bäckertüten, kaputte Flaschen und auch massenhaft Zigarettenstummel. Der außergewöhnlichste Fund war ein Wasserhahn, der im Gebüsch lag.


Autor: Christina Kirsch
Foto: © SWP - Christina Kirsch
Quelle: https://www.swp.de/suedwesten/staedte/ehingen/rekordteilnahme-fuer-ein-sauberes-ehingen-30737134.html